Wer in Österreich unterwegs ist, stolpert fast zwangsläufig über eine Veranstaltung. Manches davon ist international bekannt, vieles andere kennt man nur in der Region, und genau dort liegt oft das Interessantere.
Diese Struktur ist über Jahrzehnte gewachsen und verschiebt sich kaum. Wer sie kennt, kann eine Reise auch ein Jahr im Voraus grob planen.
Dazwischen liegen die Festspiele, die traditionell im Juli und August stattfinden, sowie die Brauchtumstermine im Frühherbst, wenn das Vieh von den Almen kommt.
Neben den großen Bällen gibt es zahllose Zunft- und Vereinsbälle, vom Jägerball bis zum Feuerwehrball. Sie sind deutlich günstiger und für viele der angenehmere Einstieg.
Für die meisten Bälle gilt eine Kleiderordnung. Sie steht auf der jeweiligen Veranstaltungsseite und wird in der Praxis auch kontrolliert.
Bei Brauchtumsveranstaltungen gilt: Sie richten sich in erster Linie an die eigene Gemeinde. Gäste sind willkommen, das Programm wird aber nicht für sie gemacht.
Kirtage sind Ortsfeste mit langer Geschichte und finden über das ganze Jahr verteilt statt, meist am Namenstag des Kirchenpatrons.
Bargeld ist bei kleineren Festen weiterhin nützlich. Nicht jeder Standler akzeptiert Karte, und der nächste Bankomat ist oft weit.
Feste Schuhe sind auf Festwiesen sinnvoller als jede andere Vorbereitung. Der Untergrund wird nach einem Regenschauer schnell schwierig.
| Großfestival | meist dreistellig | hoch, Monate im Voraus |
| Festspiele | stark gestaffelt | hoch, Karten früh vergriffen |
| Stadtfest | frei | gering |
| Adventmarkt | frei | gering |
Auf größeren Festivals hat sich die Verpflegung stark verändert. Neben klassischen Ständen finden sich inzwischen Foodtrucks mit vegetarischem und veganem Angebot.
Buschenschanken sind saisonal geöffnet und dürfen nur eigene Produkte ausschenken. Wann sie aufsperren, steht auf den Tafeln der jeweiligen Gemeinde. Weiterlesen lässt sich unter znaki.fm.
Bauernmärkte verkaufen direkt vom Produzenten. Das ist teurer als im Supermarkt, dafür weiß man, woher die Ware kommt. Die einzelnen Einträge sind hier gesammelt.
Kunsthandwerksmärkte sind saisonal und häufig an Ortsjubiläen oder Feiertage gekoppelt. Die Qualität schwankt, die Preise ebenso.
Öffentliche Verkehrsmittel sind in den Landeshauptstädten weitgehend barrierefrei, im ländlichen Raum unterscheidet sich das erheblich.
Historische Altstädte mit Kopfsteinpflaster sind für Rollstühle und Kinderwagen anspruchsvoll. Das betrifft besonders Adventmärkte in den Innenstädten.
Hunde sind bei vielen Großveranstaltungen nicht zugelassen. Bei Märkten und Dorffesten ist das lockerer geregelt.
Der Einlass beginnt üblicherweise ein bis zwei Stunden vor Programmstart. Bei Sicherheitskontrollen entstehen dort schnell Wartezeiten.
Angaben zu Terminen, Preisen und Programm ändern sich. Vor der Anreise lohnt immer ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Veranstaltung.
Wer ein Jahr lang mitschreibt, was gefallen hat, hat im Folgejahr eine bessere Grundlage als jede Empfehlung von außen.
Silvester wird in den Städten öffentlich gefeiert, in Wien traditionell mit einem Rundgang durch die Innenstadt. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist an diesem Abend die einzig sinnvolle Option.
Garderobegebühren fallen bei Bällen und Konzerten zusätzlich an und werden bei der Budgetplanung fast immer vergessen.
Bei großen Festivals kommen Verpflegungskosten vor Ort dazu. Die Preise am Gelände liegen deutlich über dem üblichen Niveau, was bei mehreren Tagen spürbar wird.
Erntedankfeste laufen im Herbst in praktisch jeder Gemeinde. Sie sind klein, kostenlos und geben einen ehrlicheren Eindruck vom Landleben als jede größere Veranstaltung.
Kleinere Open Airs finden häufig auf Sportplätzen oder Festwiesen am Ortsrand statt. Der Aufwand ist geringer, die Stimmung dafür oft persönlicher als bei den großen Namen.
Das Jazzfestival Saalfelden im Pinzgau läuft seit Jahrzehnten im August und gilt in der Szene als eine der wichtigeren Adressen im deutschsprachigen Raum.
Karten für die bekannten Produktionen sind früh vergriffen. Wer flexibel ist, findet oft noch Plätze bei Nebenveranstaltungen oder bei Vorstellungen unter der Woche.
Einführungsvorträge vor den Vorstellungen sind bei mehreren Häusern kostenlos und helfen beim Einstieg, wenn man ein Stück nicht kennt.
Weinfeste in der Steiermark, im Burgenland und in Niederösterreich laufen im Spätsommer und Herbst und sind eine eigene Kategorie für sich.
Auch Handwerksmärkte und Kunsthandwerksausstellungen finden sich über das ganze Jahr verteilt, oft in Verbindung mit einem Ortsjubiläum.
Eishockey und Handball füllen den Winter abseits des Skisports. Die Hallen sind kleiner, entsprechend leichter kommt man an Karten.
Das Hahnenkammrennen in Kitzbühel im Jänner ist der bekannteste Wintersporttermin des Landes. Die Streif zieht jedes Jahr ein sehr großes Publikum an, entsprechend früh sind Unterkünfte ausgebucht.
Die Rückkehr des Viehs von den Almen ins Tal im September und Oktober. Geschmückt wird nur, wenn die Almsaison ohne Unglück verlaufen ist.
Über Gemeindezeitungen, Aushänge vor Ort und regionale Ankündigungen. Vieles davon wird nie online beworben.
Nein. Trachtenkleidung ist verbreitet, aber keine Voraussetzung. Alltagskleidung fällt bei keinem dieser Feste negativ auf.
Die genannten Zeiträume geben den üblichen Jahresverlauf wieder. Einzelne Veranstaltungen können verschoben werden oder entfallen.